Konsumtage und Retouren

Auch an Black-Friday, Cyber Monday etc. gezielt Retouren vermeiden

 

Dieses Jahr hatte ich mir geschworen, ich lass mich nicht beirren und kaufe höchstens, was ich wirklich brauche (nichts) ! Eigentlich hab ich ja alles. Und ehrlich gesagt…je näher dieser Black Friday rückte, desto sicherer wurde ich mir, dass ich das Konsumverhalten in unserer Gesellschaft einfach nur noch ermüdend finde. “Black Week”, “Cyber Monday Week”, “Black Deals”, “Red Week”, die Werbung prasselte auf mich ein. Und war nicht eigentlich gerade erst Singles Day?  (Zum sogenannten Singles-Day, einem “Konsumfeiertag” mit hohen Rabatten am 11.11.2020, verzeichnete der chinesische Online-Gigant Alibaba bis zu 583.000 Bestellungen – pro Sekunde!) Wie dem auch sei, ich brauche ja eigentlich nichts.

Freitag morgen dann eine Nachricht von meiner Mutter: “Was wünscht du dir eigentlich zu Weihnachten?”…gute Frage. Ich öffne Instagram und werde überhäuft von Angeboten die, dank Algorithmus, perfekt auf meine Person abgestimmt sind. Influencer bequatschen mich, dass ich mit ihrem Code nur heute den Deal des Jahres machen könnte. Ich leg das Handy weg. Und über den Tag hinweg schleicht es sich dann an…Dieses Gefühl etwas zu verpassen. Den vermeintlichen Deal des Jahres einfach zu verpassen, vielleicht zu übersehen. Ein unangenehmes Gefühl, welches mich am Ende doch dazu bewegt etwas zu kaufen.

Mit Sicherheit geht es vielen so und manchmal lohnt es sich ja auch, notwendige Einkäufe am Black Friday zu tätigen. Trotzdem gibt es Strategien, wie wir Spontankäufe vermeiden können um dem bloßen Konsum nicht so sehr zu verfallen. Denn diese ‘Konsum Tage’ haben auch Schattenseiten: Massenhafte Bestellungen, massenhafte Retouren, eine große Umweltbelastung. Laut Handelsverband Deutschland wurden in Deutschland 2019 alleine vom Black Friday bis Cyber Monday 3,1 Milliarden Euro umgesetzt und dieses Jahr sind es voraussichtlich 18% mehr. Das ist eine Menge Geld für Produkte, die nur zu einem Prozentsatz wirklich benötigt werden und die ökologische und ökonomische Konsequenzen mit sich bringen.

Und bei vielen dieser impulsgesteuerten Käufe fällt uns spätestens wenn sich die Pakete im Flur türmen ein: nee, eigentlich brauche ich das doch nicht so richtig, irgendwie. Also einpacken, zurückschicken und das Geld wieder bekommen, schön einfach soweit. Wenn man sich mit dem Thema Retouren beschäftigt, wird einem allerdings schnell klar, welch enormen Schaden dieses reaktive Kaufverhalten anrichtet. Denn neben dem Aufwand für Verpackung und Transport werden viele retournierte Artikel nach wie vor vernichtet, gerade bei Waren mit geringem Wert lohnt sich die Aufbereitung oft nicht. Außerdem werden viele Sendungen während des Transports beschädigt und können aus diesem Grund nicht erneut angeboten werden, zumindest nicht online. Auch diese Artikel werden oft nicht repariert oder aufbereitet, sondern „entsorgt“ – also auf den Müll geworfen.

Durchschnittlich wird jede 6.te Bestellung retourniert und kostet den Händler mehr als 15 Euro sowie CO2 für den Transport. Viele Waren landen dann sogar auch noch ungebraucht auf dem Müll…!

Also wie vermeiden wir es,  Dinge zu kaufen, die wir eigentlich nicht brauchen oder wollen, bzw. wie vermeiden wir es an diesen Tagen Retouren zu produzieren? Ich habe mir ein paar Tipps & Tricks zusammengestellt:

  • Ich erstelle mir weit im Voraus eine Liste mit den Dingen die ich wirklich brauche.
  • Ich prüfe vorab schon die Verkaufspreise der letzten Monate um Preisfallen zu vermeiden. (Tipp: Idealo.de bietet einen Preiswecker für jedes Produkt, so kann man die Preise der letzten Monate einsehen.)
  • Verkaufspreise bei Instagram sind oft hoch angesetzt um Influencern vermeintlich hohe Rabattcodes anbieten zu können
  • Kleinere, nachhaltige Shops sind die bessere Alternative zu Online-Giganten
  • Auch der lokale Einzelhandel bietet Reduzierungen an
  • Ich bewahre Ruhe bei Countdown-Angeboten oder begrenzten Stückzahlen – das ist oft nur eine Verkaufstaktik

Fazit: Ich lass mich nicht mehr verrückt machen. Viele Angebote erhält man nämlich auch noch nach dem Black Friday/ Cyber Monday, etc. Und am Ende gilt nach wie vor, ich spare 100% wenn ich einfach nichts Unnötiges kaufe!