Die Circular Economy kommt – was bedeutet das für uns?

Das neuste Handy, trendige Klamotten, die exklusivsten Turnschuhe… Für uns ist die ständige Entstehung neuerer, technisch noch ausgeklügelter Produkte auch innerhalb der Saison selbstverständlich geworden. Dieser Blog erklärt, warum ein Umdenken im Kommen ist, und was da passieren soll.

Läuft doch alles gut. Weltweit geht es den Menschen so gut wie nie. Was ist das Problem?

Unsere Wirtschaft funktioniert bisher hauptsächlich linear. Das bedeutet: frische Ressourcen werden zu neuen Produkten verarbeitet, die dann in den meisten Fällen nach ein- bis zweimaligem Gebrauch im Müll landen. Retouren stellen hier übrigens ein besonderes Problem da, denn sie werden teilweise ohne weitere Nutzung sogar direkt entsorgt. In den letzten Jahrzehnten hat das zu einer irren Zunahme von menschengemachten Dingen, Vergrößerung von Müllbergen und CO2 Emissionen in der Atmosphäre geführt auf unserem endlichen Planeten geführt, gleichzeitig werden unsere Ressourcen knapp. Produktion und Konsum in Deutschland sind zudem von weltweiten funktionierenden Lieferketten abhängig.

Um zukünftig besser mit diesen Ressourcen umzugehen und unsere Reserven zu schützen, brauchen wir als neue Konzepte, welche Rohstoffe/Ressourcen wieder in das System zurückführen. Mit diesen könnten wir uns in Deutschland und Europa auch von der Krisenanfälligkeit internationaler Wertschöpfungsketten unabhängiger machen.

Was soll sich ändern?

Die Circular Economy zielt darauf ab, die Wirtschaft vom Verbrauch neuer Ressourcen zu entkoppeln (möglichst keine/wenig neue Ressourcen mehr zu verwenden) und stattdessen die Ressourcen zu nutzen, die z.B. in (un)genutzten Produkten stecken. Damit soll die Wirtschaft sauberer und dennoch wettbewerbsfähig und sehr viel nachhaltiger (auch ökonomisch) gestaltet werden. Diese Umwandlung hin zu einer Kreislaufwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil des Europäischen Green Deals (Transformation Europa bis 2050 zum emissionsfreien Kontinent). Dabei sieht der Aktionsplan der Circular Economy folgendes für Produkte vor:

  • Beachtung von Nachhaltigkeit, Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Recycling Möglichkeit sowie der Wiederverwendbarkeit bereits während der Produktion der Güter.
  • Mehr Verantwortung von Produzenten und Händler während des gesamten Lebenszyklus des Produkts.
  • Nachhaltige Produkte sollen zur Norm in der EU werden. Produktdesigns sollen einem Ecodesign entsprechen (Produkte sind aus Stoffen zu entwickeln, die einfach wieder verarbeitet werden und als Sekundärstoffe zurück in den Kreislauf gelangen können).
  • Einwegplastik durch Mehrweg Alternativen ersetzen.
  • Einführung Maßnahmen zur Müll Verhinderung und Reduktion sowie Vermeidung von Verschwendung.

 

Deutschland und die Kreislaufwirtschaft

In Deutschland gilt bereits das Abfall-Kreislaufwirtschaftsgesetz, welches die Obhutspflicht und Dokumentation des Umgangs mit Abfall verlangt. Auf europäischer Ebene ist Deutschland in Bereichen wie beispielsweise dem Recycling im Schnitt generell gut dabei. Aber es besteht dringender Handlungsbedarf mit deutlicheren Maßnahmen gerade einmal 12% der Sekundärstoffe und -ressourcen gelangen in Deutschland wieder in die Wirtschaft zurück.

Retouren im Kreislauf?

Gutes Retourenhandling bedeutet für die Kreislaufwirtschaft einen Mehrwert, denn um den  Lebenszyklus eines Produktes zu verlängern, ist die Vermeidung und gute Handhabung von Retouren wichtig. Mit effizientem Retourenhandling gibt es großes Potenziale für Unternehmen, die Situation zu eigenen Gunsten zu gestalten, und Retouren nicht abschreiben zu müssen, sondern wieder in den Warenkreislauf einzuführen. Geschehen kann dies zum einen mit einer Sensibilisierung des Kaufverhaltens, und Förderung von präzisen Einkäufen durch verbesserte Kommunikation vor dem Kauf, und zum anderen mit der Etablierung einer verantwortungsvollen Retourenabwicklung (z.B. durch ein Retourenportal, Reparaturservice, und geeigneter Verpackungsangaben zum Schutz der Ware). So kann es gelingen, Ressourcenverschwendung zu vermeiden, wertvolle Rohstoffe abzufangen, und wieder in den Kreislauf zu bringen.

Wie mitmachen?

Für Verbraucher: Du hast einige Möglichkeiten mit Hilfe einfacher Tricks den Produktkreislauf positiv mitzugestalten und trägst so auch direkt zur Retourenvermeidung bei. Siehe unseren Blogartikel zu Tipps und Tricks hier. 

Als Teil der Kreislaufwirtschaft werden in Zukunft z.B. das Teilen von Produkten über Mietmodelle und -services zunehmen. Für vieles gibt es das heute schon Möglichkeiten dazu. Wenn du weißt, dass du Produkte nur eine begrenzte Zeit nutzen möchtest, oder sichergehen willst, dass du dich am Ende der Nutzung nicht um die Wiederverwertung bzw. Entsorgung kümmern musst, suche nach Möglichkeiten, Produkte zu leihen oder zu mieten.

Auch gut: du kannst Unternehmen mit dem Retourensiegel unterstützen, da Du sicher sein kannst, dass diese sich dem Thema gewidmet haben und sich für den verantwortungsvollen Umgang mit Retouren einsetzen.

Für Unternehmen: Schaut euch unsere Siegelkriterien an und lasst euch Retourensiegeln! Denn die Zeit, unsere Ressourcen wertzuschätzen und besser zu nutzen, ist jetzt.

Fazit: Wir brauchen die Kreislaufwirtschaft, um unsere Ressourcen besser zu nutzen und zu schonen. Die Herausforderung ist gesamtgesellschaftlich. Deshalb unterstützt der Retourenregister e.V. Unternehmen, Produkte und eine Politik, die Infrastrukturen zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft einfach(er) machen.