Neue Erkenntnisse zum Online Handel in Pandemie Zeiten

Entwicklung des Online Geschäfts

 

Seit Anfang 2020 herrscht die “neue Normalität” in Deutschland: geschlossene Geschäfte, Kaufhäuser und Baumärkte sorgen für eine erzwungene Transformation des Handels. Alles ist vor die Haustür zu bestellen und am besten kontaktlos. Der scheinbar klare Gewinner der Corona Krise: Der Online Handel! Doch welche Auswirkungen hat das neue digitale Konsumverhalten? Wir haben für euch erste Zahlen und Fakten recherchiert und hier zusammengefasst.

Laut Zahlen des BEVH stieg der Brutto-Umsatz im E-Commerce 2020 um 14,6% auf 83,3 Mrd. Euro. Vor allem Dinge des täglichen Bedarfs wurden häufiger Online bestellt.

Auch die älteren Generationen fanden in dieser Zeit zum Online Shopping. Laut BEVH war 2020 fast jeder dritte Online Käufer älter als 60 Jahre, während es im Vorjahr nur knapp ein Viertel war.

 

Und wie wirken sich diese Umstände auf Retouren aus? Die Forschungsgruppe Retourenmanagement der Universität Bamberg sammelte hierzu interessante Informationen in einer Händlerumfrage. Von März bis August 2020 wurden 17,4% mehr Sendungen insgesamt verschickt als im Vorjahreszeitraum. (Zu beachten ist, dass diese Zahlen den 2. Lockdown nicht beinhalten und der Anstieg dadurch im Weihnachtsgeschäft nochmals deutlich höher gewesen sein kann.)

 

Erstaunlich ist, dass die Retourenquote sich in diesem Zeitraum um 1,9% vermindert hat, trotz deutlichen Anstiegs des Sendungsvolumens. Vor allem Fashion- und Einrichtungsartikel wurden weniger zurückgeschickt. Insgesamt hat sich die durchschnittliche Retourenquote von 17,8% auf 15,9% reduziert. Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass die absolute Anzahl an Retouren trotzdem gestiegen ist, durch den starken Wachstum an Sendungen insgesamt.

 

Aber warum gab es diesen Rückgang der Retourenquote? Die befragten Händler begründeten dies mit einer Veränderung im Bestellverhalten hin zu mehr Bestellungen des tatsächlichen Bedarfs. Zudem haben Kunden die Rückgabefrist häufig bis zum Ende ausgeschöpft und nutzten den Artikel intensiver vor der Entscheidung der Rückgabe. Dies machten Händler an mehr Gebrauchsspuren fest.

 

Ein Studie der Ottogroup hat zudem herausgefunden, dass das Interesse nach nachhaltigen Produkten in 2020 gestiegen ist. Über 70% der Befragten wollen ihre Kaufentscheidungen auch von Nachhaltigkeitskriterien abhängig machen.  Die Prognose ist, dass der Onlinehandel sich weiter entwickeln wird, auch wenn der stationäre Handel wieder öffnen darf. Es ist eine gute Zeit, sich jetzt darauf einzustellen und Strategien zu entwickeln.

 

Diese Beobachtungen können darauf schließen lassen, dass Kunden, die sich beim Kauf auf die Dinge konzentrieren, die sie wirklich besitzen möchten und benötigen, weniger Produkte zurückschicken und nur zurücksenden, was trotz Bedarf nicht für sie funktioniert. Dies wiederum unterstützt die These des Retourenregister e.V.s, dass sich Retouren durch gezielte Strategien, wie z.B. bewusste und informierte Kaufentscheidungen, vermeiden lassen.